christianmuthspiel
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Hermann Beil und Christian Muthspiel

Hermann Burger: Die Wasserfallfinsternis von Bad Gastein

Ein Hydrotestament in fünf Sätzen
Hermann Beil - Rezitation
Christian Muthspiel - Posaune, Klavier, Stimme

„für und mit ernst", Soloperformance nach Texten von Ernst Jandl

Christian Muthspiel - Posaune, Klavier, Stimme, Toys, Electronics
Ernst Jandls Stimme

Hermann Burger - Die Wasserfallfinsternis von Bad Gastein
Ein Hydrotestament in fünf Sätzen
Hermann Burger, der 1942 im schweizerischen Kanton Aargau geborene Schriftsteller, erhielt 1985 den Bachmann-Preis für diese Erzählung vom verkrüppelten Nachtportier Carlo Schusterfleck, der jene verschollen geglaubte Symphonie Franz Schuberts (eine der Mystifikationen der Musikgeschichte) am Grunde eines Wasserfalls entdeckt. Burger legt dem Nachtportier im feudal verwitterten Gasteiner Hof eine gewaltige Suada in den Mund, eine wild verzweifelte und zugleich höchst komische Klage über den Untergang der Welt. Im Untergang gibt der versiegende Wasserfall sein musikalisches Geheimnis preis.
Musikalisch ist auch Burgers Sprache, ebenso virtuos wie erfinderisch, ein Charakteristikum, das für sein ganzes Prosawerk gilt, für seinen Briefroman „Schilten", für „Diabelli", für „Die künstliche Mutter", für „Brunsleben", für seine Erzählungen „Der Orchesterdiener", „Der Puck" oder „Blankenburg. Zustandsbericht eines Leselosen".
Burger, der außerdem den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis, den Hölderlin-Preis, den Aargauer Literaturpreis und Auszeichnungen der Schweizerischen Schillerstiftung erhielt, legte 1988 seinen „Tractatus logico-suicidalis" vor, eine Sammlung von Aphorismen um den Satz „Gegeben ist der Tod, bitte finden Sie die Lebensursache heraus".
Am 28. Februar 1998 nahm sich Hermann Burger durch eine Überdosis Schlaftabletten das Leben.
Hermann Beil

für und mit ernst - Soloperformance nach und mit Texten von Ernst Jandl
„für und mit ernst" ist eine soloperformance in einstündiger länge.
20 jandl-gedichte, zu hören aus des dichters mund, treten in einen
dialog mit vielfältigem akustischen und elektronischen instrumentarium.
eine klingende reise durch den kosmos jandl.

die Sonne glüht - die erde dankt
ihr alles was weht und kriecht und schwankt
posaune, klavier, blockflöte, stimme, spieluhr, vogelrufe
ich danke dir, sagt tier zu tier
dass du mich frisst
damit du selbst am leben bist
3 multieffektprozessoren, 1 dj-cd-player, 1 moogerfooger
ich danke dir, sagt mensch zu mensch
dass ich dich zu boden treten kann
damit ich weiter sehe
sobald ich auf dir stehe
2 loop-stations, 12 volume-pedale, 5 mikrophone, 2 pickups
ich werde gefällt, verfüttert, gemäht
damit dein haus aus mir entsteht
damit dein brot dir niemals fehlt
damit dein vieh du schlachten kannst
surround-beschallung für jandls stimmzuspielungen
bis du ein klumpen erde bist
du liebling der sonne
und eine stunde ich ganz alleine auf der bühne

Text: Ernst Jandl, „Liebling der Sonne"

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