christianmuthspiel
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"für und mit ernst"

Soloperformance mit Texten von Ernst Jandl
Christian Muthspiel - Posaune, Klavier, Stimme, Toys, Electronics

Ernst Jandls Stimme 


DIE ZEIT
  Hamburg, 2007
Die Stimme Ernst Jandls scholl aus dem Jenseits herüber; seine lautmalerische, silbenfresserische Agitpoesie nahm der Pianist und Posaunist Muthspiel als rhythmischen Ausgangspunkt einer mal betörenden, mal verstörenden Programmmusik zwischen Verwunderung und Verwundung. Überm Sch-tz-n-gr-b-n tönten die Jödelchöre. (...)
Muthspiel bot nicht nur den Ohren etwas; fasziniert verfolgten die Zuschauer, wie er seine Posaunen- und Klavierläufe und die vielen Perkussionsspielzeuge bis hin zu den Kuckucksrufen während des Spiels ohne Nervosität in Wiederholungsschleifen einspeiste. Spur um Spur, rhythmisch perfekt, bauten sich imponierende Konstrukte auf, denen er über verschiedene Fußpedale kühne Wendungen zu geben verstand, von Jandl'schen Stanzen immer wieder aufgebrochen.

FRANKFURTER NEUE PRESSE  Frankfurt, 2006
Was Christian Muthspiel an blitzender Intelligenz ins köstliche Ernst-Jandl-Massaker einfließen ließ, war erneut phänomenal.  Mag der Einsatz technischer Gimmicks vom Echoplex bis Sampler (nebst einem Rattenköder klingenden Jahrmarktsspielzeug) bei anderen oft den Umschlag von Quantität zu Qualität verfehlen, so gelang er dem Muthspiel geradezu beglückend... Bei Muthspiel entstieg der Sprach- als Klangspieler dem Grab.

KURIER  Wien, 2008
Gedichte, sagte der im Jahr 2000 verstorbene Jandl, müssen gehört und sollten nicht nur gelesen werden. Wie sie Christian Muthspiel mit Posaune, Klavier, Stimme, Toys und Electronics zum Abheben bringt, ist phänomenal. Seine kurzweilige Soloperformance "für und mit ernst" ist mittlerweile ein Klassiker.  Was er aus seiner Posaune mit Dämpfern, aus Flöten und Trillerpfeifen oder aus dem Bauch des Klaviers holt, wie er vom Vogelgezwitscher bis zum Glockengebimmel allerlei einsetzt und Passagen aufnimmt, um sie in der Art von Endlosschleifen erneut als Material einzusetzen und damit zu spielen, ist die Quintessenz klanglicher Experimente. Und alles bleibt stets in Einklang mit der Sprachakrobatik Jandls, der selbst ein großer Jazzfan war.

WAZ  Essen, 2008
Ein aberwitziges Abenteuer von Invention und Intervention, voller Schichtungen unterschiedlichster Klangerzeuger wie Flöten, Pfeifen und Klaviersaiten, die Muthspiel mit stupendem Timing durch die Mühlen elektronischer Ver- und Entfremdungen jagte. Ein hinreißender Dialog zweier k&k-Genies: pointiert, nachdenklich, bissig, oft sehr ironisch und dann wieder befreiend komisch in gelungener Synthese aus Wort- und Muthspiel.

SALZBURGER NACHRICHTEN  Salzburg, 2006
Gut, dass dem „Jazz from Austria" das kreative Potenzial nicht abhanden kommt. Das hatte Christian Muthspiel eindrucksvoll bewiesen: In seinem Solo erwies er mit Posaune und Klavier, Flöten und Stimme, Loops und Bandeinspielungen witzig und innig dem Sprachartisten Ernst Jandl seine Reverenz. Auch so kann das Spiel mit Klangmaschinen klingen.

FRANKFURTER ALLGEMEINE  Frankfurt, 2006
Muthspiel widmet sich ausdrücklich diesem ernsten Jandl, wählt Gedichte, die von Krieg und Gewalt, von Sehnsucht, Musik und Liebe handeln.  „Das müsst ein wahrer vogel sein, dem niemals fiel das landen ein", heißt es in einem von Jandls Gedichten, von vielstimmigem Tirilieren auf Flötchen durchsetzt. Schönes geträumtes Flattern, aber schon zu Beginn werden der Amsel die Beine abgeschnitten.

NEUE KRONEN ZEITUNG  Wien, 2007
Und was Muthspiel aus seiner Posaune, aus den Flöten und Trillerpfeifen oder aus dem Bauch des Klaviers holte, das war hochkonzentriert, die Essenz experimentalen Schaffens.
Mit des Meisters, also Jandls, Stimme, die dazwischen bellt, röchelt und darüber schwebt, dabei immer im Einklang mit Muthspiels Spiel bleibt. Danke, Ernst. Danke, Christian.

OBERBAYERISCHES VOLKSBLATT  Rosenheim, 2008
...in Muthspiels Solo am Sonntag «für und mit Ernst» eine lyrisch-musikalische Performance erster Güte, die Muthspiel nicht nur als völlig komplette Ein-Mann-Blaskapelle, als Mastermind der Loops und Samples zeigte, sondern über die Einspielung der Stimme des verstorbenen Ernst Jandl auch noch die - immerhin durchaus geistige - Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits schaffte.

SCHAFFHAUSER NACHRICHTEN  Schaffhausen, 2007
Alles Musikalische - Klavier, Posaune, Blockflöte, Stimme - wurde fortlaufend elektronisch verarbeitet, das heißt aufgenommen und wieder in den Klangprozess eingespeist. Auf kongeniale Weise überhöht und untermalt der Komponist die von absolut zwingendem Eigenrhythmus geprägte Lyrik des Dichters, der selbst ein großer Jazzfan war.

HALLER TAGBLATT Schwäbisch Hall, 2008 
"Im Anfang war das Wort", beginnt Ernst Jandl, dessen Stimme vom Band kommt - außer einer kurzen Choreinspielung an diesem Abend die einzige Tonkonserve; alle anderen Klänge macht Muthspiel live auf der Bühne. Jandl deklamiert also seine Texte, und Muthspiel umspielt sie mit Klavierakkorden, Glöckchengebimmel, Posaunenmelodien, perkussiven Elementen, mit seiner Stimme und überhaupt mit allerlei Tönen und Geräuschen. Manche Texte rezitiert Muthspiel auch selbst. Er artikuliert sie hervorragend und bringt sie in ein rhythmisches Schweben und Beben - einfach mitreißend. Das Publikum erlebt einen atemberaubenden Abend, der in den ernsten wie auch den komischen Texten Jandls Musikalität aufblitzen lässt.
 
DER STANDARD  Wien, 2006
Christian Muthspiel schuf mittels Echoplex eine strukturell schlüssig ineinander verzahnte, polyfone Collage aus multiinstrumentellen Klängen und Ernst-Jandl-Textmodulen.

DIE PRESSE  Wien, 2006
Der Experimentalmusiker beschwört den Meister in einer eindringlichen Collage mit Original-Aufzeichnungen des Dichters. Der famose Christian Muthspiel tritt dabei mit Hilfe von Posaune, Klavier und Elektronik in Dialog mit Ernst Jandls Stimme.

NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN  Wiener Neustadt, 2007
Christian Muthspiel im Stadttheater: ein heftig akklamierter Abend der Poesie in vielfältiger Ausformung.
Technisch perfekt gestaltet sich der subtile Dialog zwischen den vorfabrizierten Einspielungen der rezitierenden, röchelnden, säuselnden, bellenden Stimme des verstorbenen Sprachjongleurs einerseits und den pointierten Klangerzeugnissen, welche Christians „Übermuthspiel" auch aus Posaune, Flöten, Klavier etc. hervorzaubert: kongeniale Kommentare und Antworten.